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Grippeschutzimpfung in Zeiten der Pandemie

Mobile Impfstationen sind im nördlichen Ostpreußen unterwegs – Viele warten lieber auf die Corona-Impfung
Ein Impfmobil in der Nähe des Hansaplatzes in Königsberg: Angesichts der Marktreife des russischen Corona-Impfstoffs „Sputnik V“ diskutieren viele eifrig über den Sinn einer gleichzeitigen Grippeimpfung Foto: J.T.

Von Jurij Tschernyschew

Am 9. September hat im Königsberger Gebiet eine Kampagne zur diesjährigen Grippeschutzimpfung begonnen. Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, wird wie in den Vorjahren an mobilen medizinischen Punkten angeboten, die mit allem ausgestattet sind, was zur Immunisierung der Bevölkerung notwendig ist. Ihre Öffnungszeiten sind unterschiedlich, die meisten orientieren sich aber an der üblichen Arbeitszeit. Für die Impfung müssen die Patienten einen Personalausweis und ihre Versichertenkarte mitbringen. Geimpft werden in Königsberg alle Bürger über 18.
Die meisten Impfmobile sind in der Nähe von Läden der Ketten „Spar“ und „Viktoria“ platziert. Zwar können die Patienten sich nach wie vor auch in einer Poliklinik ihres Wohnorts impfen lassen, aber die meisten ziehen die mobilen Impflokale vor, weil sie bequem und zeitsparend erreichbar sind. Darüber hinaus befinden diese sich im Freien, sodass Impfwillige die Prozedur über sich ergehen lassen können, ohne sich lange in geschlossenen Räumen aufhalten zu müssen.
In Königsberg sind es Busse, die auf dem Platz am Haus der Räte und auf dem Hansaplatz stehen. Letzterer erfreut sich besonderer Beliebtheit. Es sind vor allem Menschen mittleren Alters, die sich impfen lassen. Nach Angaben von Jelena Babura, der leitenden Sanitätsärztin des Königsberger Gebiets, wurden im September etwa 230.000 Einwohner der Region gegen Grippe geimpft. Im laufenden Monat werden die Impfungen fortgesetzt.
Allerdings gibt es über Sinn und Effektivität einer Grippeschutzimpfung in Zeiten der Corona-Pandemie unterschiedliche Meinungen. Einige glauben, dass eine Impfung gegen Influenza die körpereigenen Abwehrkräfte schwächte und den Organismus daran hindere, das Coronavirus zu bekämpfen, falls man sich damit anstecke. Viele Menschen fragen sich, ob es überhaupt noch angebracht sei, sich gegen Grippe impfen zu lassen, und ob es nicht besser sei, die angekündigte Massenimpfung gegen Corona abzuwarten, zumal der erste russische Impfstoff „Sputnik V“ bereits registriert und am 8. September in Umlauf gebracht wurde.
Zunächst wurden Menschen aus Risikogruppen damit geimpft, allen voran medizinisches Personal und Lehrer. Offenbar halten viele Bewohner des Königsberger Gebiets an dieser Idee fest und wollen  den Beginn der Massenimpfung gegen das Coronavirus abwarten.
Dabei ist gar nicht geklärt, ob die Corona-Impfung auch vor der saisonalen Grippe schützt. Allerdings kann die gleichzeitige Verabreichung von zwei Impfungen an eine Person eine ernsthafte Belastung für den Körper darstellen, sodass eine Doppelimmunisierung für viele kontraindiziert sein könnte. Umfragen unter der Bevölkerung des nördlichen Ostpreußen zeigen, dass etwa 23 Prozent bereit sind, den Coronavirus-Impfstoff an sich selbst auszuprobieren, während der Rest noch darüber nachdenkt. In letzter Zeit ist die Zahl derer, die bereit sind, sich impfen zu lassen, um zehn Prozent gestiegen.

Veröffentlicht am 23.10.2020
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